Praktikumsbericht

05.03.2010 - 04.04.2010 Sabine Bödecker • Gentle-Horse-Ranch


Am Freitagmittag ging es los, Auto mit Gepäck und Bruno meinem Hund vollgepackt in Richtung Nordheide, ca. 2 Stunden Fahrt zur Gentle-Horse-Ranch. Ich war ganz neugierig, was mich die nächsten 4 Wochen erwartet, schließlich hatte ich keine Erfahrung mit Pferden und körperliche Arbeit war auch etwas ganz Neues, schließlich sitze ich seit 16 Jahren im Büro und mit 41 Jahren ist man ja auch nicht mehr die Jüngste. Zum Glück mache ich viel Sport, also körperlich mache ich mir nicht so viele Gedanken. Aber wie klappt es mit den Pferden und wie versteht sich Bruno mit den anderen Hunden. Und wie komme ich mit den Zweibeinern auf der Ranch klar. Mit ganz vielen Fragezeichen bin ich auf der Ranch angekommen und sofort waren alle Zweifel wieder verschwunden. Alle haben mich super freundlich begrüßt und gleich geholfen mein Gepäck ins Haus zubringen, was laut Tess für mehrere Monate reichen würde. :-)

Gegen Abend habe ich dann das erste Mal bei den Pferden geholfen – abäppeln, füttern und zusehen wie man Hufe auskratzt – das war für mich völlig aufregend, hab aber einen riesigen Sicherheitsabstand zu den Pferden gehalten, hatte doch ganz schön Respekt vor den drei Mädels.

Am Samstag war dann morgens wieder Pferde angesagt, aber es ist Wochenende, da fangen wir erst um 9.00 Uhr an – traumhaft. Danach haben wir für das erste Seminar auf der Ranch das Gästehaus noch schick gemacht und nachmittags habe ich dann mein erstes Seminar mitgemacht. Es war richtig interessant, auch für mich als Anfängerin nicht langweilig und sehr informativ. Hatte nicht einmal gemerkt, wie schnell die Zeit verstrichen war – plötzlich war es schon dunkel und wir haben zugesehen, das wir die Pferde noch versorgen – danach war dann Feierabend, und ich muss sagen, ich bin richtig müde ins Bett gefallen.

Da wir die erste Woche noch richtig viel Schnee hatten, war mit Reiten ja nichts machbar, habe aber gelernt, wie man die Pferde putzt. Außerdem sind wir bei schönstem Sonnenschein mit den Pferden im Schnee spazieren gegangen. Das war völlig aufregend für mich, ist ja schließlich etwas ganz anderes mit einem Pferd zu gehen, als wenn man einen Hund an der Leine hat. Als wir wieder auf der Ranch waren, war ich richtig stolz das alles so gut geklappt hat – heute weiß ich, dass es mit Divine auch ein Kinderspiel ist. Die Süße ist einfach perfekt, total ruhig, lässt sich durch nichts nervös machen, einfach super verlässlich – also genau das richtige Pferd für eine Anfängerin wie ich es bin.

Meine Wochen auf der Ranch waren voll mit neuen aufregenden Sachen: Pferde füttern, putzen, spazieren gehen und natürlich unter Kontrolle Hufe auskratzen – ich kann mich noch genau erinnern, wie aufgeregt ich die ersten Male war.

Dann gibt es ja noch das Quadt, ich fand es ja schon aufregend mitzufahren, aber dann durfte ich das erste Mal selber fahren, oh mein Gott war ich stolz, obwohl ich doch nur eine kurze Strecke mit minimaler Geschwindigkeit gefahren bin.

Und dann natürlich unsere handwerklichen Sachen. Ich hatte ja als Kind und Jugendliche gerne meinem Vater geholfen und nehme auch schon einmal den Hammer selber in die Hand – aber jetzt gab es Sachen wie Akkuschrauben, Kreissäge, Flex, Stichsäge, Schlagbohrhammer usw. Ich war jedes Mal begeistert, wie gut es klappte – aber mit Tess an der Seite auch kein Problem, - sie erklärt einem alles ganz genau, zeigt wie es geht, lässt dich aber dann auch machen. Immer wieder war ich richtig stolz, wenn wir mit vereinten Kräften wieder etwas fertig gestellt hatten.

Bine auf LadyUnd dann kamen vom Wetter her ja noch die schöneren Zeiten – trocken, Sonne, keine Minusgrade mehr – somit kam dann auch meine erste Zeit auf einem Pferd. Angefangen sind wir mit Ginger, ich war völlig aufgeregt und habe die ganze Zeit, glaube ich nur gedacht, hoffentlich fällst du nicht runter – aber nach dem 2./3. Mal fühlte ich mich dann auch schon sicherer. Außerdem hat man mit Tess eine super tolle Lehrerin, sie vermittelt einem nicht nur, wie man richtig sitzt, oder nicht so verspannt auf dem Pferd ist, sondern sorgt auch dafür, dass man eine Beziehung zum Pferd aufbaut, das man es spürt und drauf eingeht – einfach traumhaft.
Und nachdem ich auf Ginger schon ein bisschen sicherer war, durfte ich dann meine ersten Erfahrungen auf Lady machen. Ich war aber nicht darauf eingestellt, das man auf Lady ganz anders sitzt und das sie ja auch ganz anders geht als Ginger – sodass, wenn Tess mich nicht gehalten hätte, ich auch gleich meine Erfahrungen gemacht hätte, wie man vom Pferd fällt oder in meinem Fall rutscht. Aber ist ja alles gut gegangen, nur leider hatte ich in meinem Kopf nur noch den Gedanken: „Man kann aber auch vom Pferd fallen!“ und die arme Lady hatte nur eine völlig verkrampfte Sabine auf den Rücken.
Aber nach weiteren Erfahrungen auf Ginger und immer wieder auch auf Lady, haben wir das Problem gelöst – sodass ich zum Ende meiner Zeit sogar auf Divine sitzen durfte und diesmal habe ich mich ganz auf die Süße eingelassen, sodass es aus meiner Anfängersicht super gut mit ihr geklappt hat. Dafür habe ich die kleine „Knuddelmaus“ auch fast totgeknuddelt. Meine Freude war so groß, das ich meine Hände nicht mehr von ihr lassen konnte – zum Glück mag die Kleine auch die Knuddelstunden, da konnten wir es Beide genießen.

Aber meine ganzen Erfahrungen kann ich hier gar nicht alle aufführen, dann würde mein Bericht noch viele Seiten füllen. Wichtig finde ich noch zu erwähnen, dass man immer ein Teil von der Ranch ist und immer dazu gehört.

Bine auf der Kutsche
  • sei es die Seminare, die man mitmacht,
  • man bei der ersten Stunde „Bodenarbeit“ mitgenommen wird, um zu sehen, wie eine Reitstunde mit Jugendlichen aussieht
  • man mitgenommen wird, um sich ein Pferd anzugucken, welches eingeritten werden soll
  • auch beim Stammtisch war ich dabei
  • Beweglichkeitsübungen für den Reiter haben wir gemacht
  • beim Vorstellungsgespräch von Sahra durfte ich dabei sein
  • Kutschfahrt mit Anke und Divine habe wir gemacht
  • und, und, und 


Es gab wirklich nichts, wo man außen vor war, oder man das Gefühl hatte, deine Meinung ist uns nicht wichtig. Nein ganz im Gegenteil, man hat viel Wert auch auf meine Meinung gelegt.

Was
Hundtrio ich noch gar nicht erwähnt habe, was aber auch ganz wichtig ist – wie ist es denn in der Familie? Wir können ja erst einmal bei den Vierbeinern im Haus anfangen – denn die Hunde haben sich von Anfang an super untereinander verstanden. Bruno hat sich bei den beiden Hündinnen pudel wohl gefühlt, anfänglich habe ich ihn morgens immer mit raus genommen, aber er hat mir schnell zu verstehen gegeben, das er viel lieber bei Tess und Nija ist.
Und auch ich fühlte mich schon nach kurzer Zeit, als wäre ich schon immer dabei gewesen. Auch hier gehört man sofort dazu und hatte nie das Gefühl:
„Jetzt bist du gerade über, sie wollen sicher auch mal alleine unter sich sein.“ Nein – man hatte einfach Zeit für mich. Ob die gemütlichen Abende mit Anke, wo wir stundenlang reden konnten, die Berichte von Anna-Lara wie es in der Schule war oder wie sie mit Bruno Zirkusübungen gemacht hat, und immer wieder neugierig war, ob es denn noch mehr gibt, was der Kleine alles so kann. Aber es war auch immer völlig okay, wenn man auf nichts Lust hatte und sich einfach in sein Zimmer verzogen hat – es wurde immer verstanden und akzeptiert.

Bine und DivineZum Abschluss möchte ich mich bei Allen bedanken, aber besonders bei Anke und Tess, für eine superschöne Zeit, für die neuen Freundschaften, für das Gefühl immer willkommen zu sein.

Und für alle die überlegen, ein Praktikum zu machen, oder ihre Pferde in die Hand der Gentle-Horse-Ranch zugeben, kann ich nur empfehlen: „Macht es, ihr werdet es nicht bereuen! Denn wenn ihr die Liebe und Wärme auf diesen Internetseiten spürt, so wie es bei meinem Entschluss für das Praktikum spürte, werdet ihr überrascht sein, wie viel mehr ihr noch auf der Ranch bekommt.

Danke für diese schöne Zeit, die werde ich nie vergessen

Eure Bine






Liebe Bine,

auch wir hatten mit Dir eine wunderbare Zeit und vermissen Dich noch immer sehr. Du und Bruno seid uns jederzeit wieder willkommen - je öfter desto lieber...

Es knuddeln Dich
Anke, Tess und alle Horsis und Hundis